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Aktuelle News

Geglückte Generalprobe für 24h Bahn-Weltrekordversuch

Die letzten beiden Tage verbrachte Christoph Strasser im Wiener Dusika Stadion. Freitags, genau 8 Tage vor dem Start, absolvierte er eine sechsstündige Generalprobe für den 24h Weltrekordversuch, den er nächste Woche am 14. Oktober im Tissot-Velodrome Suisse in Grenchen ab 13 Uhr knacken will.

Auswertung und Leistungsdaten:
Die 6-stündige Generalprobe wurde mit Christophs power2max Leistungsmesser aufgezeichnet und ausgewertet, am Ende war es zwar eine große Distanz aber doch "nur" eine Belastung im oberen Grundlagenbereich. Bei einer FTP Schwelle von 370 Watt entspricht der Grundlagenbereich in etwa der "Range" von 200-270 Watt, die hohe Geschwindigkeit ist ein Resultat der technischen Optimierungen und der aerodynamischen Sitzposition. Unter diesem Link können die Leisungsdaten eingesehen werden: www.trainingpeaks.com

Formtest beim "King of the Lake" am Attersee
Eine Woche vorher, am 30.9. konnte Christoph bei Europas größtem Einzelzeitfahren rund um den Attersee seine gute Form unter Beweis stellen und ein sehr gutes Ergebnis einfahren. Nach dem vierten Platz in einem großen und stark besetzten Teilnehmerfeld (47,2km in 1:01:11h) lautete sein Motto bis zum 24h-Rekordversuch: "Die Form stimmt, jetzt heißt es noch gesund zu bleiben, die Form zu stabilisieren und am Feintuning für #track24h zu arbeiten!"

Links zum "King of the Lake"
Hier geht es zu den Ergebnislisten vom "KOTL": www.kotl.at 
Hier geht es zur Auswertung und den Leistungsdaten: www.trainingpeaks.com

Das ambitionierte Ziel: 960 Kilometer!
Die aktuelle Bestmarke hält der Slowene Marko Baloh. Er absolvierte im Jahr 2010 auf der Bahn in Montechiarri (ITA) 903,76 Kilometer. Das entsprach bei 3.615 Runden zu je 250 Metern einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 37,6 km/h. „2015 holte ich mir den 24h Straßen-Weltrekord. Am Berliner Tempelhof erzielte ich 896 Kilometer bei Kälte und Regen. Wenn ich nächste Woche durchschnittlich 250 Watt in 24 Stunden schaffe, werde ich Balohs Rekord überbieten können. Nachdem es heute so gut lief, könnte ich sogar die Schallmauer von 40 km/h Durchschnitt durchbrechen - das wären 960 Kilometer! Übrigens, Marko wird auch bei meinem Versuch eine tragende Rolle spielen: Er ist der Offizielle vom Ultra-Verband UMCA, der den Rekord überwacht", beschreibt Christoph.

Feintuning am Zeitfahrrad
Den Weltrekordversuch auf der Bahn wird Christoph Strasser mit einem Straßen-Zeitfahrrad bestreiten: „Ein Bahnrad mit starrer Achse wäre über 24 Stunden lang undenkbar, ich kann mir nicht vorstellen, dass das die Kniegelenke und das Gesäß aushalten. Daher entscheide ich mich für das normale Rad, und kann dadurch zumindest einige Male die Beine auslockern und ein paar Meter rollen lassen. An meinem Straßenrad habe ich viel herumgetüftelt, den vorderen Werfer und die Vorderbremse demontiert, der linke Bremshebel ist weg und montiert habe ich 17-Zahn-Schaltrollen mit Keramiklager, um die Reibung der Kette zu minimieren. Die Kette wird auch mit einem speziellen Kettenfluid behandelt. Die Position am Vorbau ist um einen Zentimeter tiefer als beim RAAM und die Übersetzung beträgt 53x11-23." Die Reifen wurden von Specialized speziell für die Bahn optimiert und bringen eine zusätzliche Reibungsersparnis. Ebenso trägt Strasser einen speziellen Zeitfahranzug, den er während des Weltrekordversuches in der Schweiz nicht wechseln wird.

„Es lief alles nach Plan", gab sich der 34-jährige Kraubather nach der sechsstündigen Fahrt im Dusika Stadion zufrieden. In Renntempo absolvierte der vierfache Gewinner des Race Across America heute eine Distanz von 252 Kilometern! „Ich war mit exakt 251 Watt fast durchwegs mit 42 km/h unterwegs. Die große Unbekannte vor der Generalprobe war, wie sich mein Rücken verhält. So nach zwei Stunden habe ich ihn extrem gespürt, aber die Schmerzen wurden nicht schlimmer. Das stimmt mich zuversichtlich, dass sich das über 24 Stunden einpendelt." Morgen in einer Woche beginnt sein Saisonhöhepunkt auf der Radbahn in Grenchen. „Neben dem Sieg beim Race Across America in diesem Jahr ist ein neuer 24h Bahn-Weltrekord mein großes Ziel. Wir haben heute unter Rennbedingungen alle wichtigen Bereiche durchgespielt: die Annahme von Getränken und Essen durch meine Betreuer und die Kommunikation während der Fahrt."

Beitrag vom 08.October 2017