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DNF - Aufgabe bei Ultra WM wegen gesundheitlicher Probleme

Mehr hätte bei der angepeilten WM-Titelverteidigung auf der Ultra-Marathon-Distanz, dem Glocknerman, für Christoph Strasser nicht mehr schief gehen können. Von Beginn an sprach eigentlich alles gegen einen neuerlichen Erfolgs des Kraubathers.

Der Dauerregen machte ihm, besser gesagt seiner Gesundheit, ordentlich zu schaffen. Ein Hinterraddefekt auf den ersten Rennkilometern und ein Sturz auf der Abfahrt vom Schaidasattel ließen nichts Gutes erahnen.

„Ich bin nicht ganz fit an den Start gegangen, allerdings wollte ich das aus taktischen Gründen nicht an die große Glocke hängen. Ich habe gewusst, wenn es regnen würde, wird mein Projekt Titelverteidigung sehr, sehr schwierig“, gibt Strasser im Nachhinein zu. Der Titelverteidiger bekundete bereits beim ersten Anstieg des Rennens, nach Kitzeck, Probleme und musste eine größere Gruppe ziehen lassen.
„Ich habe nie wirklich meinen Tritt gefunden. Der Puls war zudem unglaublich hoch. Ich wusste, das da etwas nicht stimmt. Aber ich klammerte mich an die Hoffnung, dass nach einem Tief wieder ein Hoch, eine gute Phase kommt“, so der 25-Jährige. Ungefähr bei Renn-Halbzeit, bei der ersten Auffahrt zum Großglockner, bewahrheiteten sich die Befürchtungen des Betreuerstabs. Bei km 460 kletterte Strasser wegen körperlicher Schwäche und starker Halsschmerzen am elften Platz liegend vom Rad. Die Aufgabe tut doppelt weh, schließlich ist es sein erstes DNF, seit er vor fünf Jahren mit dem Extrem-Radsport begonnen hat!

„Christoph war von der Verkühlung der letzten zwei Wochen und dem Darmvirus bereits beim Start in Graz gezeichnet. Sein Zustand verschlechterte sich von Stunde zu Stunde. Kein Wunder bei diesem Sauwetter. Die Aufgabe war für mich nur eine Frage der Zeit. Trotzdem hat Christoph gezeigt zu welch kämpferischer und mentaler Leistung er fähig ist, denn er war schon am ersten Anstieg körperlich am Boden. Trotzdem hat er es bis auf den Glockner geschafft!“, erklärt Betreuer Thomas Jaklitsch. Strasser selbst liegt, während sich der Schweizer Daniel Wyss als Spitzenreiter dem Ziel in Unterpremstätten näherte, bereits in den eigenen vier Wänden in der Obersteiermark. Und das Fieberthermometer zeigte gestern Abend über 38 Grad an. „Ich werde die nächsten Tage wohl im Bett verbringen. Das Rad greife ich zwei Wochen nicht an. Dann muss ich mich erst neu orientieren, neue Ziele stecken und völlig neu aufbauen“, resümiert Strasser enttäuscht und ausgelaugt.

Die Verzweiflung ist groß

im Regen auf den Schaidasattel

Beitrag vom 06.Juni 2008