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Aktuelle News

Streckenbesichtigung RAAM 2013

März 2013 - Trainingstagebuch: Ich besichtige die RAAM-Route auf den letzten 1000 Kilometern - die meiner Meinung nach härtesten Passagen im ganzen Rennen. Das "mobile Trainingslager" führt von Grennsburg, Indiana bis nach Annapolis, Maryland.

SA, 30.3.’13: TS49-Finish (Hancock-Rouzerville-Hanover-Mt.Airy-Odenton-Annapolis) 288km und 2400HM in 8:45h
Die Etappe ab Hancock hat es nochmals gewaltig in sich, dort wo man laut Streckenbeschreibung glaubt dass die Appalachen schon hinter einem liegen, kommen nochmals steilere Rampen als zuvor im ganzen Rennen, es ist einfach irre. Dazu kommt, dass man einige Male zwischen den Bundesstaaten Pennsylvania und Maryland hin und herspringt, sehr oft abzweigt, der Baustil der Häuser sich ändert, die Straßenmarkierung anders ist und es permanent mit vielen Kurven nur auf und ab geht. Kein Wunder, dass ich hier im Rennen immer wieder die Orientierung verloren habe. Ich weiß noch genau, wo sich welche Geschichten abgespielt haben, wenn ich übermüdet, kraftlos und verwirrt dahinrollte. Mein Team hat mich immer wieder aufgebaut und ins Ziel geleitet. Jetzt im Training habe ich die ganzen negativen Assoziationen mit dieser Gegend bereinigt und mag die letzten 200km bis ins Ziel richtig gerne. In meiner verschwommenen Wahrnehmung habe ich auch dort immer unüberwindbar steile Rampen gesehen, dabei sind es nur mehr  recht einfache „rolling hills“, die bis ins Ziel noch im Weg stehen. Es gibt sogar einige Radfahrer in der Gegend, mit denen ich gleich ins Plaudern gekommen bin, und die alle das RAAM kennen. In den restlichen USA sieht man ja im Schnitt nur einen Radfahrer auf circa eine Million Autos. Auch die Stadtautobahn und das Großstadtchaos vor Annapolis waren etwas harmloser als ich im Rennen dachte, und so erreichten Mike und ich Annapolis im Sonnenuntergang. Ich bin komplett leer und müde, meine Wadeln fühlen sich an, als wäre ein beleibter Amerikaner in seinem Pick-up auf seinem Weg vom Motel-Zimmer zum Frühstücksraum darüber gefahren. Zu Fuss erscheinen diese 50 Meter für den Einheimischen nämlich unüberwindbar.

Das Trainingslager war ein voller Erfolg, wegen des Tempos zwar nicht immer ein Genuss aber trotzdem sehr schön. Wir gönnen uns noch einen Ruhetag bevors zurück nach Hause geht. Frohe Ostern aus Maryland – Christoph & Mike!

FR, 29.3.’13: TS46-47-48-49 (Grafton-Keyser-Cumberland-Hancock) 217km und 3500HM in 7:04h
Bei prächtigem Kaiserwetter starteten wir heute nach Keyser - meiner Ansicht nach der schwierigsten Etappe im Rennen. Zu Beginn gibt es zwei malerisch schöne, aber steile Anstiege auf ein tief verschneites Hochplateau, wo es permanent mit kleineren Anstiegen weitergeht. Kurze Abfahrten stören immer wieder den Rhythmus und bringen die müden Muskeln dadurch umso mehr zum Brennen. Bislang kannte ich dieses Gebiet nur in der Nacht, aber es war schon immer eine Geduldsprobe, weil die Timestation einfach nicht näherkommen wollte und es dort oben so gut wie nichts gibt, das musste heute auch Mike erfahren. Die Tankstellen hatten nämlich entweder geschlossen, oder nahmen nur Bargeld (was wir nicht haben), deshalb ist er mit dem letzten Tropfen Benzin im Leerlauf aus dem Appalachen-Plateau hinuntergerollt. Da war die nächste Shell das Highlight des Tages. Es ist auch erstaunlich, wie sehr sich die Straßenverhältnisse von einem zum anderen Bundesstaat ändern. Direkt hinter dem Willkommen-Schild von Maryland gleicht der Asphalt einem Teppich, davor gibt es durchgehend Schlaglöcher, Risse und große Steine auf der Straße. Mit meiner Leistung bin ich zufrieden, ein Schnitt von 30,8 km/h bei so vielen Höhenmeter zeigt dass meine Form passt. Ich muss aber auch gestehen, dass ich schon sehr müde bin von den letzten Tagen und mich auf den morgigen letzten Trainingstag freue!

DO, 28.3.’13: TS43-TS44-TS45-TS46 (Chillicothe-Athens-Ellenboro-Grafton) 307km und 2750HM in 9:21h
Das war zumindest von der Distanz die Königsetappe, die Höhenmeter werden vermutlich morgen noch mehr werden. Heute gab es unzählig viele „rolling hills“, Anstiege von 2-5% Steigung, aber nie mehr als 50 Höhenmeter – und das ganze am Pannenstreifen von Highways. Die ausläufer der Appalachen sind gemeistert, morgen folgen die großen Anstiege. Es ist heute wieder sehr gut gelaufen, kühles aber angenehmes Wetter und trotz brutal hohem Tempo ging es mir gut, nur zwei Defekte auf den desolaten und dreckigen Straßen kosteten etwas Zeit. Wir versuchen den Race-Modus aufrechtzuerhalten, das heißt keine Stopps, null Pausen, und so schnell wie möglich – was natürlich sehr anstrengend ist. An der Stelle möchte ich auch Mike gebührend loben, er navigiert, fährt Auto, betreut, fotografiert, kauft ein, checkt Motels und das alles ganz allein – damit kann ich mich perfekt auf das Training konzentrieren.

MI, 27.3.’13: TS40-TS41-TS42-TS43 (Greensburg-Oxford-Blanchester-Chillicothe) 250km und 1400HM in 7:07h
Endlich ließ das Wetter die geplante Streckenbesichtigung zu, wir starteten bei Sonnenschein in den langen Tag, der schlussendlich gar nicht so lange war. Gute Beine, guter Rhythmus ließen ein sehr hohes Tempo zu, nach etwas mehr als sieben Stunden waren wir schon im Tagesziel. Zum Vergleich dazu habe ich für den gleichen Abschnitt 2011 im RAAM 12:44 Stunden und 2012 genau 13:30 Stunden gebraucht. Der Vergleich ist natürlich relativ sinnlos, da jeweils in dem Abschnitt eine Schlafpause eingelegt wurde, aber die Dimension, der Unterschied der Leistungsfähigkeit im Training und im RAAM am sechsten Tag ist schon unglaublich. Anfühlen tut es sich beim RAAM 100x härter, trotzdem ist man nur halb so schnell. Morgen geht es in die Appalachen, ich bin gespannt wie lange ich das hohe „Trainingstempo“ (eigentlich überlange Tempotrainings) halten kann. Gute Nacht aus Ohio :-)
PS: neue Fotos folgen morgen

Di, 26.3.’13: TS39-TS40 (Bloomington-Greensburg)
106km und 550Hm in 2:56h
Es war heute fast zum Verzweifeln, der morgendliche Blick aus dem Fenster war wieder frustrierend: Schnee und eisige Temperaturen, wir mussten den Start zur RAAM-Tour schon wieder verschieben. Aber am Nachmittag riss es etwas auf, und weiter im Westen zog sogar eine regelrechte Hitzewelle mit stolzen +4°C durch. Also fuhren wir mit dem Auto nach Bloomington und ich radelte zurück nach Greensburg. Und das richtig schnell, mit der Wut im Bauch drückte ich ordentlich aufs Pedal. Am Abend kann ich nun eine kurze intensive Tempoeinheit eintragen. Im Rennen werde ich nicht so schnell sein, aber es war schön zu sehen, wie schnell man eine Timestation in frischem Zustand fahren kann. Die Schlechtwetterfront zieht nun weiter Richtung Annapolis, und wir sind hinter ihr. Das heißt wir sollten ab jetzt jeden Tag trockene Straßen haben, mehr erwartet sich sowieso keiner mehr.

Mo, 25.3.'13:
Heute verlassen wir unser Quartier bei Cathy, schnappen uns einen Mietwagen und fahren in die Gegenrichtung zur RAAM-Route Richtung Westen, bis nach Indiana. Bei der Timestation 40 in Greensburg checken wir in ein Motel und können nicht mehr tun, als im dortigen Fitnessraum etwas Gymnastik zu machen - Schneefahrbahn verhindert ein Training. Sogar die Schulen wurden gesperrt, weil die Straßen für Busse (es gibt dort keine Winterreifen weil es fast nie schneit) nicht befahrbar sind. Ein Ruhetag ist aber auch ganz okay, denn die nächsten vier Tage werden es in sich haben. Geduld ist gefragt! Kleine Anekdote von heute: Ich weiß jetzt warum ich bei den Rennen am Rad sitze, und nicht im Auto den Navigator spiele. Bereits bei der Hofausfahrt von Cathy habe ich Mike den falschen Weg angesagt und wir sind uns nach genau 7 Metern das erste Mal verfahren...

So, 24.3.'13:
In der Früh schaute das Wetter noch recht gut aus, aber bald nach dem Start ging es in dieser Reihenfolge los: Wind, leichter Schnee, mehr Wind, mehr Schnee, Sturm, Schneechaos. Nach knapp 3 Stunden war wegen fast einfrierender Füße und definitiv eingefrorener Schaltung Schluss. Aber dass die Motivation stimmt hat der restliche Tag gezeigt, denn ich habe auf einer ausgeborgten Walze noch 2 Stunden intensiv runtergebogen und habe das Trainingsziel von heute erreicht. Auch Mike hat sein Tagesziel erreicht und sich den amerikanischen Essgewohnheiten angenähert. Mit gut getimter Zufuhr von Donuts und Zucker hat er dem Hungerast hinterm Steuer sehr gekonnt in Schach gehalten.
Erkenntnis des Tages: Nicht nur beim RAAM, sondern generell im Flachland Amerikas sind alle möglichen Wetterkapriolen möglich. Gestern war es noch angenehm, heute gab es Schneechaos, vor einem Jahr zur gleichen Zeit hatten sie hier 25°C – das zeigt wie sehr eine schnelle Finisher-Zeit beim RAAM vom Wetter abhängt. Aber es war ein guter Tag für die Moral!

Sa, 23.3.'13:
Bis zum RAAM sind es nur mehr 80 Tage, langsam aber sicher kommt mein Training in den „Feinschliff“-Bereich und ich wollte heuer etwas neues ausprobieren. Ich bin ja kein großer Fan von Trainingslagern, weil ich denke dass es zwar Spaß macht, aber nicht notwendig ist um ein effizientes Training zu ermöglichen. Darum habe ich heuer im brutal hartnäckigen Winter gefühlte tausend Stunden auf der Walze verbracht (für alle Nicht-Österreicher: Rolle), bis ich mich dazu durchgerungen habe, doch ein Trainingslager zu starten: Nicht irgendeines, sondern eines das mir fürs RAAM wirklich was bringt – nämlich auf der RAAM Strecke.
Meiner Meinung nach liegen die schwierigsten RAAM-Passagen auf den letzten 1000 Kilometern, daher buchte ich zwei Flüge nach Cincinnati, in die Nähe der Timestations Oxford und Blanchester in Ohio. Mike, der beim RAAM wieder im Betreuerteam sein wird, begleitet und umsorgt mich.
An dieser Stelle möchte ich mich bei Martin und Cathy bedanken, die seit einigen Jahren die Timestations in Ohio betreuen und wirklich sehr hilfsbereit und gastfreundlich sind. Martin holt uns am Flughafen ab und Cathy nimmt uns in ihrem Haus auf. Jetzt sind wir in einem kleinen Dorf direkt an der RAAM Strecke untergebracht, von wo aus ich die ersten Trainingskilometer in Angriff nehme.
Heute war das Training zur Timestation in Chillicothe fast wie ein Rennen, Cathy und Mike begleiteten mich, knipsten ein paar Bilder, mir wurde jeder Essens- und Getränkewunsch sofort erfüllt und ich wurde vom Auto aus versorgt. So macht Training richtig Spaß. Nur mit dem Wetter ists nicht ganz so toll: Sonnig aber kalt, nur 10°C, und für morgen sagen sie Schnee an. Schon lustig, wenn man dem Winter entkommen will und es im Trainingslager noch kälter als daheim ist… Aber wir werden das beste daraus machen!

steile Rampen mit bis zu 15%

steile Rampen mit bis zu 15%

über Flüsse und Seen

über Flüsse und Seen

angekommen in Annapolis

angekommen in Annapolis

kaaaalt! Immerhin 4°C aber

kaaaalt! Immerhin 4°C aber

mit der richtigen Haube gehts!

mit der richtigen Haube gehts!

Schnee setzt bald ein

Schnee setzt bald ein

...und verkürzt die Ausfahrt

...und verkürzt die Ausfahrt

Die Schaltung bleibt stecken...

Die Schaltung bleibt stecken...

...weil das Schaltwerk blockiert

...weil das Schaltwerk blockiert

Kopie vom Route Book

Kopie vom Route Book

Die typischen rolling hills

Die typischen rolling hills

Rolling hills überall!

Rolling hills überall!

ein schöner Trainingstag

ein schöner Trainingstag

Beitrag vom 21.März 2013