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Aktuelle News

RAAM 2012 - Das Tagebuch von der Vorbereitung in USA

Von 27. Mai bis 13. Juni - solange habe ich Zeit mich vor Ort auf das RAAM einzustellen. Hier schreibe ich mein Tagebuch mit Trainingsberichten, Anekdoten und persönlichen Eindrücken aus dem Heimatland des längsten Radrennens der Welt.

Dienstag, 12. Juni
Der letzte Tag verlief reibungslos und gut, wir haben die Inspektion erledigt, uns mit einer gruppendynamischen Übung und beim Abendessen auf das Rennen eingestimmt und sind alle bis in die Haarspitzen motiviert. Morgen ist also der Start, ich liege im Hotelzimmer und lasse den Tag, die Vorbereitungszeit, sogar das ganze letzte Jahr revue passieren. Ich kann mich nur bei allen Helfern bedanken, die mich immer unterstützen. Bei meiner Freundin Sabine, die ich über alles liebe. Bei meinen Eltern, die mich immer unterstützen. Bei allen Freunden, die immer da sind wenn ich sie brauche. Bei meinen Sponsoren, die mir die Verwirklichung von einer RAAM-Teilnahme ermöglichen. Und natürlich bei meinem phantastischen Betreuerteam, die mir ein hoffentlich perfektes Rennen ermöglichen. Ich freue mich darauf, ich habe Gänsehaut wenn ich mir vorstelle durch die Wüsten und Steppen und Rockies und die Prärie zu radeln. Noch einmal schlafen, und dann geht’s los. Ich fühle mich grandios und hoffe dass wir das nötige Glück haben und gesund nach Annapolis kommen. Bitte haltet mir die Daumen, wir werden berichten und euch Einblicke geben, euch hautnah dabei sein lassen. 5000 Kilometer liegen vor uns, es wird ein großes Abenteuer.
Gute Nacht aus Oceanside, Euer Christoph!

PS: die letzten Fotos gibts aus Zeitgründen nur auf Facebook, aber im Rennen dann wieder alles auf der Website!

Montag, 11. Juni
Heute war ein wiederum sehr fleißiger Tag von uns allen, gleich wie gestern – weswegen ich gestern auch keine Zeit hatte einen Eintrag zu schreiben.
Rückblick: Am Sonntag packten meine Betreuer gleich an, beklebten die Autos, kauften (leider auf meine Kosten) fleißig ein, installierten die Licht- und Tonanlage und erledigten den ganzen organisatorischen Papierkram. Unter anderem ist da eine Euro-Wette dabei, die uns unterwegs für etwas Gesprächs- und Diskussionsstoff sorgen wird. Der Verlierer muss dann in ein anderes (nur der Redaktion bekanntes) RAAM Team wechseln, und das will wirklich gar keiner. Ich war währenddessen eine längere Runde trainieren und fuhr vom Start den ersten Teil der ersten Timestation. Natürlich bin ich mich wieder verfahren, musste einige Male wenden und erreichte schließlich den ersten der beiden langen Anstiege auf dem ersten Abschnitt, den ich dann als Kraftausdauerintervall hinauftrat. Kurz und schnell war das Motto der Einheit. Unterwegs traf ich auch schon einige andere RAAM-Starter, mit denen ich kurz tratschte, bzw. mich nach dem richtigen Weg erkundigte… Den Abend rundete für uns dann ein kleines Bier im hoteleigenen Whirlpool ab, das war eine herrliche Einschlafhilfe und eine gute Möglichkeit, unseren Teamgeist weiter zu stärken!

Heute verlief der Tag ähnlich. Rainer untersuchte michgesundheitlich, Christian massierte meine Beine, Roman checkte die Räder, Vogs und Schöni holten das Wohnmobil und Thomas vom Flughafen ab, Mike richtete die letzten technischen Details im Pace Car ein, Harry und Lex fotografierten, Jürgen filmte, und Pletzi bereitete die PR-Aktivitäten vor. Am Nachmittag waren wir auf der Generalprobe, ich startete am Strand mit dem Rad, mein Team mit dem Auto. Die ersten 37 Kilometer muss ich im Rennen auf Radwegen und durch Siedlungen alleine fahren, mein Team wartet dort auf mich und darf ab dann betreuen. Heute schaffte ich die Ausfahrt aus Oceanside erstmals fehlerlos, ich bin also in Topform – körperlich und neuerlich auch geographisch. Nach der Zusammenkunft prüften wir noch die Funkgeräte, die Soundanlage und fuhren dann sehr zufrieden ins Hotel zurück. Alles perfekt! Das Racer-Meeting am späten Nachmittag war sehr nett, wir haben alle anderen Teams getroffen, ich konnte mit einigen Fahrern kurz plaudern und alle beobachten. Es ist schon interessant, wie nervös und zurückgezogen manche Teilnehmer vor dem Start sind, und wie locker und entspannt andere. Die Spannung steigt!

Samstag, 9. Juni
Langsam aber sicher rückt der Start näher und wir mussten heute unsere geliebte Wüstenoase Borrego Springs Richtung Oceanside verlassen. Auf der Hälfte des Weges stieg ich aufs Rad und schaute mir den langgezogenen Anstieg nach Lake Henshaw an. Das ist die Schlüsselpassage der ersten Timestation, ich bin in Intervallen 3mal diesen Hügel voll raufgefahren, danach versuchte ich die Strecke rückwärts nach Oceanside zu finden. Und es blieb beim Versuch, ich bin mich natürlich verfahren. Weil ich immer nach Bauchgefühl fahre und mir die Zeit nicht nehme eine Route zu speichern, ist das mit dem richtigen Weg nicht immer so einfach. Vor allem hier, wo der Verkehr immer stärker wird, die stinkenden vierrädrigen Ungeheuer (manche nennes es auch „car“) und die miese Beschilderung haben mich so verwirrt, dass ich auf der nächsten Hauptstrasse wieder ins Landesinnere fuhr statt zum Ozean. Als ich dann brutal hungrig und durstig wurde, und ich vom Zeitplan her eigentlich schon im Motel sein sollte, kümmerte ich mich mal um eine Auskunft. Dann merkte ich den Irrtum. Schlussendlich kam ich dann ins für meinen Geschmack hässliche Oceanside. Verkehrsstaus, Wind, Kälte (nur etwa 20°C) – also ganz anders als man sich eine Stadt am Strand der südlichen USA vorstellt. Am Abend treffen Rainer, Vogs, Chri, Kougi und Vogs ein, ab morgen sind wir dann vollzählig!

Freitag, 8. Juni
Und heute war schon wieder Ruhetag, eine Stunde lockeres Rollen am Nachmittag reichte aus. Es geht ja schon in das Endstadium der RAAM-Vorbereitung, da steht Regeneration und Ruhe an erster Stelle. Untätig waren wir aber nicht, ich habe an ein paar technischen Details am Rad gebastelt, Pletzi hat die Homepage bearbeitet, gemeinsam haben wir noch eine Kakerlake aus dem WC und eine große Gottesanbeterin sanft von der Eingangstür entfernt… Pletzi, ein tierliebender Held! Dazwischen war ich immer wieder beim Glocknerman live dabei, dem Extremradrennen von Graz auf den Glockner und retour. Mein Veloblitz-Kollege Sevi Zotter hat dort mit einer grandiosen Leistung den ersten Platz geholt, mein Coach Thomas Jaklitsch ist sogar noch unterwegs und schafft es hoffentlich das Rennen zu finishen – gleich danach steigt er in den Flieger und kommt nach Oceanside in unser RAAM-Team. Hiermit herzliche Gratulation an Sevi und alle Finisher, sowie viel Durchhaltevermögen an alle die noch unterwegs sind. Jetzt habe ich mal miterlebt, wie „süchtig“ es machen kann so lange Rennen über Internet mitzuverfolgen! Und ja, hier ist der Link zum ersten RAAM Video von groox!

Donnerstag, 7. Juni
Heute war wieder Entspannung angesagt, wir haben den Tag aber trotzdem gut genützt. Unser Medienteam ist mit Lex und Jürgen nun auch schon fast komplett angereist, nur Harry fehlt noch. Heute haben wir Fotos und Videoaufnahmen gemacht und waren am Salton Sea, dem in der Nähe liegenden großen See, um den sich bis vor 10 Jahren große Siedlungen und Städte gebildet haben. Mittlerweile ist die Gegend dort aber verlassen, die Häuser verfallen, es ist aber eine spannende Kulisse! Am Abend haben wir dann noch unsere neue technische Ausrüstung getestet, unter anderem das neue Speziallicht für die Nachtfahrten. „APLED-Light“ hat uns eine Lichtanlage zur Verfügung gestellt, die mit speziellen LEDs für extreme Helligkeit sorgt und mit einem erhöhten Blauanteil für mehr Konzentration in der Nacht sorgen wird - siehe Fotos ganz unten. Ich bin gespannt wie ich mit dieser Hilfe das Schlafdefizit aushalten kann!

Mittwoch, 6. Juni
Wir haben uns wieder mal in Borrego Springs eingefunden, das ist schon so etwas wie unser Wohnzimmer hier in Kalifornien. Ruhig, perfekte Trainingsbedingungen, ein kleines Kaff und doch wunderschön. Das Reisen hat ein Ende und wir schlagen hier für 3 Tage unser Lager auf, bevor es dann an die Küste geht und das restliche Betreuerteam zu uns stoßen wird. Heute habe ich wieder zwei Trainingseinheiten absolviert. Vormittags zweimal sehr flott im Kraftausdauerbereich auf den Berg (nicht steil, aber doch 1000 Höhenmeter auf 16km), und am Nachmittag nach einem Mittagsschläfchen und einem Sprung in den Pool noch eine Tempoeinheit in der Ebene. Dass meine Beine trotz der gestrigen Gewalt-Tour sehr frisch waren, ist ein Zeichen für meine gute Form. Am Rückweg gab es Gänsehautstimmung: Sonnenuntergang, die Straße für mich allein, ein Kojote schaute kurz aus seinem Versteck und huschte gleich wieder davon, es war alles so friedlich und schön. Mir wird bewusst dass das RAAM nun wirklich bald wieder startet. Ein Jahr geht doch so schnell vorbei…
In einer Woche geht’s los, da fällt der Startschuss in Oceanside – ich freue mich schon so sehr darauf!

Dienstag, 5. Juni
Gegenwind ist ja nichts unbekanntes, auch starken Gegenwind kenne ich recht gut, aber heute hat sich der Begriff erbärmlicher Gegenwind in mein Hirn eingebrannt. Heute hatte ich die letzte längere Trainingseinheit vor dem RAAM geplant, die Fahrt ging von Blythe nach Borrgeo Springs, also entlang der RAAM Route – allerdings in die Gegenrichtung. 233 Kilometer lagen vor mir, unter anderem die beeindruckenden „Imperial Sand Dunes“ und der „Anza Borrego State Park“. Ich wollte so kurz vor dem Rennen eine gemütliche Ausfahrt machen, das war anfangs auch so. Leichter Gegenwind drückte den Schnitt, aber die ersten 180km schaffte ich trotzdem in 6 Stunden. Doch dann legte er los! Für die restlichen topfebenen 53 km brauchte ich fast 3 Stunden (bei 235 Watt), meine Nerven waren blank, ich war kurz vorm Verzweifeln, wollte aber auf jeden Fall durchhalten. Irgendwann habe ich mit dem Wind einen Pakt abgeschlossen: Ich schmeiße mein Rad nicht in den Graben und bleibe ruhig, dafür bleibt der Wind bis zum Rennen gleich und schiebt dann von hinten an! Ich hoffe er hält sich dran. Ich liege nach knapp 9 Stunden Fahrtzeit jedenfalls im Bett und genieße die Windstille…

Montag, 4. Juni
Ruhetag und Autofahrtag: Wir starteten in Kingman und fuhren eine kleinere Straßen nach Süden. Der Höhepunkt war die Mittagspause am Lake Navasu, einem kleinen See, mit Zu- und Abfluss vom Colorado River unterhalb des Grand Canyon. Ich hätte mir auch nie erträumt, einmal im Colorado River zu baden – ein super Erlebnis. Ansonsten verlief der Tag sehr unspektakulär und erholsam, auch das fehlende Internet im Motel am Abend trug zum „Abschalten“ bei – darum der Eintrag mit einem Tag Verspätung.

Sonntag, 3. Juni
In Erinnerung an meinen ersten Las Vegas Besuch 2007 wollte ich heute die Interstate 93 von Boulder nach Kingman befahren, damals eine kleine Straße mit wenig Verkehr. Doch jetzt war alles anders, es wurde umgebaut, statt über den Hoover Damm, der den Colorado River unterhalb des Grand Canyon aufstaut, führte die Straße über eine neue riesige Brücke. Es war mittlerweile eine Autobahn mit brutal viel Verkehr. Die Dame an der Tankstelle hat mir beim Getränke kaufen erzählt, dass der Verkehr damals umgeleitet wurde, und nun nach der Fertigstellung der Brücke war sie wieder frei. Ich hatte teilweise etwas Panik, denn weiter unten gab es kein Bankett mehr, und die Trucks zogen knapp an mir vorbei. Als mich Michi dann einholte, bogen wir spontan auf eine Nebenstraße ab, die zum „Grand Canyon Skywalk West“ führen sollte. Es war wunderbar, kaum Verkehr, perfekte Trainingsbedingungen. Nur am Schluss – nach etwa 140 Trainingskilometern - wurden wir enttäuscht, eine Schotterstraße auf den letzten Meilen war per Rad unbefahrbar, und auch das Touristenzentrum am Grand Canyon war komplett überlaufen. Überall Helikopter, Reisebusse und Touristenführer. Der Eintritt hätte stolze 88 Dollar pro Person betragen, das war es uns dann nicht wert für einen Spaziergang über einen gläsernen Laufsteg ein Stück auf die Schlucht hinaus. Schade, dass man einen der schönsten Nationalparks der Welt nicht ohne zu bezahlen sehen darf...

Samstag, 2. Juni
Zur Sicherheit habe ich heute zweimal trainiert, weil ich nämlich nicht wusste ob der Plan für den Nachmittag klappen würde. Morgens im Sonnenaufgang und kühler Luft lockere 100 km – es war eine Wohltat wiedermal bei „normalen Temperaturen“ unter 30°C zu fahren. Nach der Mittagspause und einer aufregenden Sightseeing Tour im 100 Einwohner zählenden Shoshone, machten wir uns tatsächlich auf den Weg ins Death Valley. Der Eingang führt über zwei Pässe, 1000m und 400m hoch. Bis dorthin fuhr ich noch im Auto mit, erst als es runter ins Tal ging schwang ich mich in den Sattel. Kopftuch, dünne Ärmlinge und Sonnencreme durften nicht fehlen. Unten im Tal angelangt kletterte das Thermometer in kürzester Zeit nach oben, bei 122°F (50°C) ging es mir anfangs erstaunlich gut. Der Fahrtwind war einerseits etwas kühlend, andererseits haben die heiße Luft und die aggressive Sonne schon brutal auf der Haut gebrannt. Sobald ich aber mal zum Flaschen Auffüllen stehen blieb, war es unerträglich warm. Am Badwater Basin, dem mit 85m unter dem Meerespiegel tiefsten Punkt Nordamerikas, stoppten wir kurz für ein Foto – die Landschaft mit den bizarren Felsformationen und den ausgetrockneten Salzkrusten war beeindruckend. Danach setzte mir die Hitze immer mehr zu, und die letzten Meilen waren fast unendlich. Der leichte Anstieg mit weniger Fahrtwind war die Hölle! Nach genau 2:10 Stunden war die Fahrt überstanden, normal ist eine zweistündige Einheit mit 230 Watt eine lockere Grundlagenausfahrt, nichts besonderes. Aber heute bin ich sehr stolz auf das Geleistete! Bei der Heimfahrt fragten wir uns, was im Auto so nach verbrannten Gummi stank. Richtig, es waren die Sohlen der Flip-Flops…!

Freitag, 1. Juni
Heiß, heiß, heiß! Heute wurde der Begriff Hitze für mich neu definiert, nämlich bei der Fahrt zum Death Valley. Von Las Vegas aus ging es auf 150km nach Pahrump bis Shoshone, das am Südende des Death Valley Nationalparks liegt. Von Stunde zu Stunde wurde es ärger, der Wind war stark und die heiße Luft blies mir wie mit einem Heißluft-Fön permanent ins Gesicht. Michi wartete jede Stunde auf mich zum Flaschen nachfüllen, nach genau 10 Minuten war das kühle Getränk zu einem brennheißen Tee geworden. Wie man länger als 5 Stunden durchhalten kann ist mir rätselhaft. Es gibt aber auch ein Langstreckenrennen hier, nämlich das Furnace Creek 508, sowie den Badwater Ultramarathon Lauf… Unglaublich was diese Extremsportler hier durchmachen müsssen. Während ich frustriert gegen die Heißluft kämpfte, traf ich einen dunkelhäutigen Rennradler, der immerhin mit schwarzen Wollbeinlingen und dafür ohne Trinkflasche unterwegs war. Er meinte dass es ja erst Frühling sei und dass er es mag wenn es warm ist. Seine Trinkflasche wurde kaputt und eine neue kann er sich nicht leisten, er brauche das nicht. Damit habe ich mein Selbstmitleid dann sofort eingestellt! Abends waren wir dann mit dem Auto noch im Death Valley, nach Sonnenuntergang um 21.30 hatte es noch immer 113° Fahrenheit, also 45°C! Wir sind erledigt, Fotos folgen morgen…

Donnerstag, 31. Mai

Ein eher unspektakulärer Ruhetag in Las Vegas. Michi und ich haben noch einige organisatorische Sachen erledigt, die Trainingstouren für die nächste Woche geplant und mit der Betreuercrew in Österreich einiges besprochen. Nach einer 2-stündigen lockeren Ausfahrt habe ich versucht mich bestmöglich zu regenerieren - dazu habe ich mit Amplimed ein tolles tragbares Gerät, das mittels elektronischer Stimulation unter anderem die Regeneration verbessert. Dazu noch selbst gekochtes Essen, Nahrungsergänzungen und ich werde morgen topfit sein und den Weg ins Death Valley antreten. Wie heiß es dort wohl werden wird?

Mittwoch, 30. Mai
Wie sehr sich die Straßenkarte, bzw. googlemaps irren kann, habe ich heute schmerzlich erfahren. Angeblich hätte es am Weg zum Mount Charleston eine Tankstelle geben sollen, wo ich geplant hätte mir Getränke nachzukaufen. Doch da gab es nichts, also musste ich mit leeren Flaschen weiterfahren, und das Ganze bei knapp 40°C. Der Berg war auch noch höher als vermutet, erst auf 2100 Meter Seehöhe erreichte ich das kleine Dorf, wo es nicht mal einen Supermarkt gab. Also kaufte ich 3 Liter Wasser um günstige 11 Dollar… Die Abfahrt und der Heimweg durch die Wüste Nevadas entschädigten dann aber für die Strapazen. Insgesamt stehen heute 5:50h Training zu Buche, ich bin sehr zufrieden und die Form stimmt. Die längste Rotphase bei einer Ampel waren gestoppte 1:50 Minuten, das strapaziert die Nerven extrem, vor allem wenn man währenddessen mit Ober- und Unterhitze (Sonne und Asphalt) nach allen Regeln der Kochkunst gegrillt wird.

Dienstag, 29. Mai
Die zweite lockere 5-stündige Trainingsausfahrt führte mich heute nochmal zum Red Rock Canyon und anschließend auf den Springs Mountain, allerdings heute schon etwas flotter und richtig schön in der Mittagshitze – schließlich will ich mich ja auf die hohen Temperaturen einstellen. Michi hat mich dabei begleitet und ein paar super Fotos gemacht, die Gegend hier ist wirklich wunderschön. Die Stadt ist allerdings sehr gewöhnungsbedürftig für uns steirische „Landpflanzerl“. Als Draufgabe musste ich dann am Heimweg von Süden in die Stadt fahren, war wie immer ohne genauen Stadtplan unterwegs und orientierte mich einfach an der Skyline, sprich den bombastischen Hotels am Las Vegas Boulevard. Wenn ich zwei Parallelstraßen weiter westlich bleibe, komme ich in unsere Absteige. Allerdings gibt es auch hier Sackgassen, und so blieb mir nichts anderes übrig als durch die Prunkstraße, dem „Strip“ zu radeln und mir dabei von unförmigen Amis halblustige Anfeuerungsrufe gefallen lassen. Naja, immerhin sind die Autofahrer sehr gemütlich, so konnte ich mit meiner Veloblitz-Erfahrung locker die Ideallinie durch den Stau finden!

Montag, 28. Mai
Der Tag begann mit einem Frühstück irgendwo am „Las Veganischen Stadtrand“ und einer intensiven Internetrecherche nach dem billigsten Hotel. Wir fanden eine günstige Unterkunft abseits des touristischen Zentrums und zogen dort für die nächsten Tage ein. Nach ein paar Erledigungen in der Stadt schwang ich mich spät nachmittags in den Sattel und ritt hinauf zum Red Rock Canyon, den kannte ich schon von meinem ersten USA Aufenthalt 2007. Zu meiner Freude war das Rad unversehrt und perfekt in Schuss, nur mein Radcomputer war entleert. Zumindest dachte ich das, leider hat er sich komplett verabschiedet und den Löffel abgegeben. Wenn ich Ersatz habe, werde ich wieder meine Trainingseinheiten veröffentlichen!
Das Abendessen war dann wieder eine Wucht: Ich vergesse von Jahr zu Jahr wie komisch die amerikanischen Essgewohnheiten und die dazugehörenden Körperformen sind. Eine matschig geschmacklose Enttäuschung nach der anderen, obwohl das Buffet so vielversprechend ausschaute… In ein paar Tagen sind wir wieder in der Wildnis und werfen den Gaskocher an, das wird wieder schön!

Sonntag, 27. Mai
Michi und ich brechen auf nach Amerika, das Abenteuer RAAM 2012 beginnt nun tatsächlich! In einer sehr anstrengenden Phase nach dem Sieg beim RAS habe ich noch viele Termine wahrgenommen, Ausrüstung besorgt, Sachen organisiert und mit meinen Sponsoren Details abgestimmt. Das Packen war wie immer Stress bis zur letzten Minute, und als wir dann endlich eincheckten war die Aufregung vorbei. Michis Reisepass wurde erst nicht akzeptiert, ich musste per Zufallsgenerator zur Sprengstoffuntersuchung (sie haben mein Dynamit nicht gefunden!), Michi verlor sein Ticket für den Weiterflug, wir verschliefen in Washington, wir rannten in letzter Minute zum Anschlussflug – ansonsten verlief die Reise problemlos… 21 Stunden nach dem Abflug in Wien landeten wir in Las Vegas und erhielten schnell und vollständig unser Gepäck inklusive meinen beiden Rädern. Die nervigen Untersuchungen für die US-Einreise, wo man teilweise wie ein Häftling behandelt wird, hatten wir schon bei der Zwischenlandung in Washington hinter uns gebracht. Mit dem Mietauto versuchten wir uns noch ein Motel zu checken, doch am Pfingstwochenende war alles ausgebucht, oder die Rezeption nicht mehr besetzt. Somit schlugen wir uns die erste Nacht im Auto um die Ohren, ist doch ein gutes Training fürs RAAM – dort gibts auch nur wenig Schlaf, und das im Auto… Jetlag, Zeitumstellung und die fortgeschrittene Zeit ließen sowieso nur ein paar Stunden Schlaf zu.

Training beim Salton Sea

Groox bei der Kamera-Arbeit

lustige Handschuh-Bräune!

Willkommen im Death Valley

Ab- und Aufblendlicht normal

APLEDlight ohne/mit Blauanteil

brutal starker Gegenwind

zwischendurch Seitenwind

die gläubigen Amerikaner...

Einfahrt ins Death Valley

Einfahrt ins Death Valley

ausgetrocknete Salzseen

der tiefste Punkt: 85 Meter u.M.

beeindruckende Felslandschaft

Radfahren bei 50°C...

Ensure gibts in USA in Flaschen

Leaving Las Vegas!

lange Geraden nach Norden

kurzer Verpflegungsstopp

abendlicher Besuch im D.Valley

Beitrag vom 23.Mai 2012