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Race across America 2015 Live-Ticker

2015 RAAM - Tagebuch Vorbereitung in USA

Die 14-tägige Vorbereitungszeit in der kalifornischen Wüste dient zur Akklimatisation und bringt mich hoffentlich wieder in nötige die Verfassung, um das RAAM erneut in 8 Tagen zu schaffen.
Die Gewitterwolken in Borrego sind sehr selten

Wetterchaos und Endzeitstimmung – 145km
Laut den Einheimischen und dem Wetterbericht, herrschte in Mexiko ein Hurrican und die Ausläufer davon streifen jetzt die Wüste. Das bedeutet es ist bewölkt, sehr kühl, windig und schwül. Seit 6 Jahren in dieser Gegend hat es das erste Mal sogar ganz leicht genieselt und das Wetter war wirklich unheimlich mit dicken, dunklen Gewitterwolken am Himmel. Ab morgen sollte es dann wieder heiß werden, aber die Luftfeuchtigkeit wird hoch bleiben – also kommt noch mehr Hitze auf uns zu. Hoffentlich wird das bis zum RAAM wieder „normal“.
Das Training war heute gut, ich fuhr großteils flach und sogar einige Zeit im Tempobereich, sodass ich nach 4h genau 145km und einen TSS von 200 am Garmin stehen hatte. Auf den morgigen Ruhetag freue ich mich schon extrem, obwohl meine Beine sich sehr gut anfühlen, beginnt jetzt aber die Ruhe vor dem Sturm und das Training wird langsam reduziert.

Intervalle am Borrego Berg – 80km
Das Spielchen kenne ich schon vom Vorjahr, und ich wollte es dieses Mal besser machen. Aber es ist einfach sehr hart in der Mittagshitze bei heute immerhin 42°C die 1000 Höhenmeter auf Druck hinauf zu fahren. Bei der ersten Auffahrt spürte ich die Belastung von gestern noch etwas und konnte nicht wirklich Gas geben, es war eine bessere Grundlagen-Einheit mit viel zu wenig Watt. Was auch nicht unterschätzt werden darf ist das Training der Abfahrtstechnik, am sogenannten „Glass Elevator“ kann man, wenn man die Strecke gut kennt, bergab schon die eine oder andere Minute herausholen. Unmittelbar danach übte ich das Pausen-Szenario, nämlich einen Powernap von etwa 20 Minuten und danach eine zweite Einheit. Die zweite Auffahrt war dann viel besser und bei etwas Bewölkung auch kühler, ich konnte nahe am Sweet-Spot mit 345W für 55 Minuten kurbeln und war echt stolz, das kleine Tief überwunden zu haben und mich so quälen zu können. Die Form stimmt mich sehr zuversichtlich, im Vergleich zu 2014 sind meine Wattwerte identisch. Die Voraussetzungen für ein gutes Rennen sind somit gegeben, wobei das ganze wieder auf die 4860km lange Strecke umzusetzen wird natürlich extrem herausfordernd. Den Abend ließen wir bei einem gegrillten Steak ausklingen und begrüßten Philipp und Jürgen, die unser Team ab heute verstärken.

Mit Sevi Zotter auf Wüstentour

Jetzt wird es richtig heiß – 130km
Das Thermometer ist heute in Borrego schon auf 39°C geklettert und damit kann die Akklimatisation beginnen. Besonders lässig war, dass Sevi Zotter (Link zu seiner Website), ein guter Kumpel und Trainingskollege, heute auch in Borrego am Start war und wir ein Stück gemeinsam trainieren konnten. Nach 55km trennten sich unsere Wege und Sevi ist auf seiner RAAM-Streckenbesichtigungstour noch einige Tage weiter landeinwärts unterwegs.
Bei mir habe ich dann gemerkt, dass die letzten Tage doch schon einen Effekt hatten, denn ich habe meine Runde über Salton City wesentlich besser verkraftet als die Jahre zuvor und konnte gegen Ende der vierstündigen Tour sogar mein Tempo noch deutlich anheben. Kougi versorgte mich wieder perfekt und ich konnte eine für die Temperaturen eher hohe Leistung von 240W fahren. Gegen Ende hin war es dann aber brutal, wenn die Sonne so gnadenlos vom Himmel brennt ist ein Sonnenstich auch nicht mehr weit, vor allem wenn die Frisur mit dem Rasierer wieder auf „Kampfmodus“ umgestellt wurde… Das Fazit von heute: So kann es weitergehen!

Der perfekte Ruhetag mit ganz lockeren 45km
Wie schön Ruhetage sein können, haben wir heute gemerkt: Ausschlafen, frühstücken und Sachen packen zum Ausschecken aus Palm Springs. Der Höhepunkt des Tages war typisch amerikanisch, aber doch europäisch: In einer voll klimatisierten Sports Bar gab es Mittagessen und eisgekühlten frisch-gepressten Orangensaft und dazu das Finale der UEFA Champions-League auf insgesamt 18 Großbildfernsehern. Leicht übertrieben? Nein, komplett übertrieben! Aber lustig :-)
Gegen nachmittag verließen wir dann das Verkehrschaos und nahmen Kurs auf unser liebstes Kaff in USA: Borrego Springs. Hier fühle ich mich fast schon zuhause, kenne alle kleinen Straßen und den kleinen Supermarkt. Es gibt hier auch keine einzige Ampel, sondern nur einen Kreisverkehr und eine handvoll rustikaler Unterkünfte. Perfekt um sich in Ruhe auf das RAAM vorzubereiten! Die letzten Kilometer der Anreise bin ich ganz gemütlich am Rad dahingerollt und habe beim Sonnenuntergang richtige Vorfreude verspürt, auch wenn die nächsten Tage trainingstechnisch noch anstrengend und vor allem heiß werden.

Salton-Sea-Ufer erinnert an Lanzarote

Salton Sea mit Wind und hoher Leistung – 205km
Es ist noch immer nicht richtig heiß hier, es hat „nur“ 30°C, was bei der minimalen Luftfeuchtigkeit und dem stetigen Wind aber wirklich als sehr kühl empfunden wird, zumindest ist es weit weg von heiß. Gut fürs Training, aber für die Akklimatisation passt es leider noch nicht.
Dadurch sich Kougi in der Vorbereitungszeit voll und ganz um mein Training kümmern kann und mich großteils bei den Ausfahrten begleitet, kann ich auf einem noch nie dagewesenen Niveau trainieren. Es macht nämlich einen gewaltigen Unterschied ob man mit leeren Flaschen zum Auffüllen an einer Tankstelle halten muss, oder ob man die Wettkampfnahrung regelmäßig aus dem Auto bekommt und nie eine Durstphase erlebt.
Heute standen 200 flache Kilometer am Plan, was auch die letzte Einheit in dieser Länge sein wird.
Gleich nach dem Start traf ich völlig zufällig Valerio Zamboni, der das RAAM heuer leider nicht bestreiten kann: Er kam im Training schwer zu Sturz und brach sich 11 Rippen, weil er mit seinem Vorderrad in ein riesiges Schlagloch krachte und sich überschlug (soviel zum Thema Straßenqualität). So konnte ich meinem guten Bekannten gute Genesung wünschen und wir konnten auch kurz plaudern. Er war gerade am Heimweg aus dem Spital und wird in einer Woche die Heimreise antreten.
Die ersten 90 Minuten fuhr ich allein und mir ging es gar nicht gut: Magenprobleme, Übelkeit, Kraftlosigkeit. Ich war mir sicher dass ich auf die Signale hören werde und sobald mich Kougi einholen würde, breche ich das Training ab und mache einen Regenerationstag. Doch weil er im Stau steckte und ich darum alleine weiterfahren musste, konnte ich jetzt nicht abbrechen – allein in die Wüste setzen und warten ist auch keine Option… Daher trat ich weiter. Und weiter. Und weiter.
Als nach 2,5 Stunden Kougi daherrauschte, ging es mir langsam wieder besser und mein Tief war vorbei. Mit erhöhter Verpflegung wurde ich dann wieder stärker und fand meinen Fokus! Die Rennernährung funktionierte einfach so gut, dass ich dann die 200km fertig fuhr und mich dabei immer stärker fühlte. Insgesamt habe ich 4 Ensure und 9 x 0,75L GSFood Energizer verdrückt und mir damit wieder das nötige Vertrauen in das Ernährungskonzept geholt. Schön langsam bin ich wieder zu 100% im RAAM-Modus, sowohl körperlich als auch mental. In nur mehr 10 Tagen geht’s los!
Link zur Einheit: http://tpks.ws/g4Rt

in den Bergen Kaliforniens

Höhenmeter ja, Hitze nein – 150km
Der zweite Trainingstag war nicht ganz das, was ich mir erwartet habe. Am Highway 74 geht es von Palm Desert nach Süden in die Berge. Ich habe mit wüstenhaften Temperaturen in ausgedörrten Anstiegen gerechnet, aber es war sehr kühl und windig. Zwischendurch fiel das Thermometer unter 20°C, da war es schon ganz gemütlich den Zip vom Trikot ganz zu schließen. Jacke oder Windweste war natürlich keine dabei…
Landschaftlich war die Tour durch den San Bernardino National Forest und vorbei am Lake Hemet aber ein echter Höhepunkt, die Anstiege waren eher gemütlich, so dass man da mit der großen 52er Scheibe hinauftuckern kann. Immerhin war der höchste Punkt der Tour auf 1800m.ü.M. Am Rückweg musste ich kurz zu Kougi ins Auto steigen, denn es gab neben dem Freeway keine Begleitstraße für Radfahrer – typisch Amerika: Ohne Auto geht gar nix. Aber am Ende standen 2500 Höhenmeter am Tacho, es war eine richtig gute Trainingseinheit!

kurz vor dem Abflug in Wien

Erstes Training in Palm Springs, eine Irrfahrt  – 145km
Beim Material-Check konnte ich frühmorgens gleich einmal tief durchatmen: Dank der Scicon-Bags haben die netten Herren der Fluglinien nur eines meiner Hinterräder mit einem Seitenschlag beschädigt. Das ist wirklich gut, denn das sollte im Bikeshop schnell repariert sein! Wenn man sieht, wie das Personal die Koffer und Taschen gewaltsam behandelt und durch die Luft wirft, erwartet man sich eigentlich einen Haufen aus Carbon-Splittern im Radkoffer…
Der Grund für das Trainingslager in Palm Springs ist leicht erklärt: Angeblich ist hier richtig viel los, das Wetter ist heiß, es gibt die großen Supermärkte für letzte Besorgungen und wir wollten wieder Neues mit Bewährtem kombinieren, weshalb wir nach vier Tagen in meine „Wahlheimat“ Borrego Springs übersiedeln werden. Dass die Trainingsmöglichkeiten hier gut sein sollen, kann ich nicht bestätigen. Die Stadt ist so riesig, dass man quasi ewig nicht rauskommt. Zum Vergleich: Palm Springs ist 6x so groß wie Graz, bei halb so vielen Einwohnern, was bedeutet dass P.S. flächenmäßig riesig ist. An jeder Kreuzung steht man ewig bei roten Ampeln, keine grüne Welle und natürlich Unmengen an kolossalen Autos. Das kenne ich zwar schon, aber hier nimmt es neue Ausmaße an. Nach einer nervenaufreibenden Stunde war ich endlich auf freien Straßen und fand einen guten Rhythmus. Die Hitze war noch nicht so enorm, anscheinend ist hier gerade eine kühle Wetterfront unterwegs. Kougi wollte mich mit dem Auto begleiten und Fotos machen, aber durch die irreführenden Straßenbezeichnungen haben wir uns gleich verloren und bis kurz vor Ende der Einheit nie mehr wiedergefunden. Zum Glück habe ich das schon so ähnlich geahnt und war mit etwas Kleingeld für Tankstellen-Getränke-Einkaufstopps gut gerüstet. Fotos kommen in den nächsten Tagen!

ein kleiner Teil des Gepäcks

Alle Jahre wieder: der stressige Packmarathon
Es ist für mich so ziemlich einer der schlimmsten Tage des Jahres: Der Tag vor dem Abflug nach Amerika. So sehr ich mich auch bemühe alles rechtzeitig vorzubereiten, lässt es sich nicht vermeiden, dass am letzten Tag nochmals alles zusammenkommt: letzte Details mit den Sponsoren müssen abgeklärt werden, unzählige Anrufe, Medien-Anfragen, Sachen werden zu spät geliefert und verursachen Stress, Kleinigkeiten wurden doch vergessen und müssen noch besorgt werden, trainieren will ich auch noch, kann deshalb das Rad erst am Nachmittag verpacken, usw… Aber das ist auch Teil des Rituals und ich habe ja immer kräftige Unterstützung: Diesmal von Kougi und Philipp – zu dritt packt es sich dann schon leichter. In Summe sind es knappe 400kg, die nach USA transportiert werden müssen: 3 Räder, 4 Laufradsätze, Reifen, Schläuche, Werkzeug, Ersatzteile, alles an verfügbarem Gewand für Regen oder Hitze, Teamoutfit für die Crew, Aufkleber und Technik für die Betreuerautos, Nahrungsergänzungen, GS-Food Pulver, Ensure und vieles mehr. Fertig wird die ganze Aktion immer spät nach Mitternacht, und das ist auch beabsichtigt: Denn nur so kann ich im Flugzeug einigermaßen schlafen und den 16-stündigen Trip ertragen…

Racer Meeting mit allen RAAM Fahrern

Los geht’s – Gemma a Runde Radlfoan
Heute mag ich nicht mehr viel schreiben, die ganzen Abläufe sind immer wieder gleich und wir sind einfach schon so gut drauf und freuen uns auf das Rennen, dass es jetzt nicht mehr gut ist zu viel Zeit beim Schreiben zu verbringen. Wir spielten heute noch eine Schlafpause durch, damit jeder vom Team genau weiß welcher Handgriff wann, wie und wo zu erledigen ist. Effizienz in den Pausen ist der Schlüssel zu einem schnellen RAAM. Danach gab es noch eine kleine Trainingsrunde für mich, nur um für 40 Minuten die Beine etwas auszulockern.
Beim Racer Meeting wurden wir dann von der Rennleitung offiziell begrüßt und alle Fahrer wurden auf der  Bühne vorgestellt. Shakehands mit allen Fahrern, viele Fotos mit allen Fans und anderen Teams waren der vergnügliche Teil, das Racer Meeting selbst eher eine langweilige Pflichtveranstaltung.
Am Abend gehen wir noch einmal die Renntaktik und die Strategie durch, gönnen uns ein feines Abendessen und hocken im kleinen Pool von unserem Apartement.
Es kann losgehen, ich bin verdammt heiß auf das Rennen und kann es kaum erwarten.
Bitte drückt mir die Daumen, damit ich bei dieser Monsterdistanz von 4840km gesund ins Ziel komme, bzw. mein Team mich gesund dorthin bringt. Alles andere passiert dann von selbst :-)
Ich freue mich auf viele motivierende und lustige Nachrichten, das hilft mir immer extrem weiter.
Aufgeregt bin ich nicht, ich weiß es wird hart werden, ich werde teilweise sehr leiden aber immer wieder aus den Tiefs herauskommen, und ich weiß dass ich mich auf meine Jungs verlassen kann. Danke an alle, die mich bislang unterstützt haben. Ich werde es mit Kampfgeist und vollem Einsatz bis zur letzten Meile zurückzahlen!
Euer Christoph

Chri und Phil beim Bekleben der Autos

Ruhetag und letzte Vorbereitungen
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen von Teamwork. Es gilt die Autos mit der notwendigen Technik auszustatten, die schriftlichen Unterlagen beim Race Office abzuholen und zu unterfertigen, Verpflegung für die 12-köpfige Crew einzukaufen und die Räder einem letzten Service zu unterziehen. Zum Glück ist mein Team schon so routiniert und selbständig, dass ich mich vollkommen aufs Ausruhen und Regenerieren konzentrieren kann. Heute ist der Eintrag nur sehr kurz, aber dafür gibt es noch etwas viel Besseres:
die erste Youtube-Webisode von groox >> Webisode
und das erste Fotoalbum von Lex Karelly >> Fotogalerie

Welcome to Race Across America!

Back to Oceanside, viel Verkehr und eine nette Begrüßung – 130km
Nach dem gestrigen Erholungstag sprühten meine Beine heute wieder vor Energie. Ein letztes Mal genoss ich den Pool im Stanlunds-Motel bevor ich mich in den Sattel schwang und den „Glass Elevator“ hinauf ritt. Im mittleren Kraftausdauer-Bereich mit einer Wattzahl im Bereich A3/L3 und einer niedrigen Trittfrequenz ging es den 17km langen Anstieg hinauf, die Hitze störte mich mittlerweile überhaupt nicht mehr. Insofern wirkt es, als ob die Akklimatisation ganz gut geklappt hat, messbar ist das aber nicht. Das wird man erst im Rennen wirklich feststellen können.
Die weitere Tour entlang der RAAM Strecke (in die Gegenrichtung) war teilweise ein Genuss, teilweise ein Horror wegen dem heftigen Verkehr. Kurz vor Oceanside bog ich dann auf den Radweg ab, der fernab von der Straße einer schönen Route entlang durch ein Tal in die Stadt führt. Auf diesen knapp 15km gingen mir nochmals sehr viele Dinge durch den Kopf: Ich ließ die letzten Monate Revue passieren, die vielen harten Trainingsstunden im Winter, den 24h-Rekord im März, das anschließende Monat wo ich einige Probleme mit meiner Motivation hatte und den Mai, wo ich engagierter als je zuvor auf das RAAM hinarbeitete. Die Vorbereitung war nicht immer perfekt, so ehrlich muss ich mir selber gegenüber sein, aber jetzt wo es darauf ankommt, war ich wieder voll da. Und dass nach einem großen Event wie dem 24h-Rekord einmal die Luft draußen war, ist glaube ich menschlich – und ich bin ja auch keine Motivationsmaschine. Trotzdem bin ich mir sicher, dass der Rekord im März für mein Selbstvertrauen ein großer Vorteil ist und ich dadurch auch körperlich stärker geworden bin.
Am Strand von Oceanside angekommen, fiel mir gleich ein Willkommens-Plakat auf, wo ich ein Foto von mir entdeckte. Das nenne ich mal eine nette Begrüßung.
Abends ist noch die restliche Crew eingetroffen und wir sind jetzt vollzählig. Jetzt geht es an die letzten Details und die taktischen Besprechungen, ich spüre auch langsam etwas Kribbeln.

immer an meiner Seite: Phil und Kougi

Schwäche oder einfach nur Kraft sammeln? – 65km
Eigentlich hätte mein Plan heute eine ganz andere Einheit vorgesehen, nämlich etwa 4h mit einigen Intensitäten am Berg. Doch es kam anders, ich war nämlich so richtig schwach in den Beinen. Die Temperatur stieg auf 42°C und meine Energie sank im selben Ausmaß. Die Einheit von gestern spürte ich doch noch, und irgendwie konnte ich heute nicht genug trinken: In den 2h hatte ich 6 x 0,75L Flaschen Elektrolyt-Getränk in mich hineingeschüttet und fühlte mich trotzdem wie eine ausgetrocknete Rosine. Ich nahm das Signal des Körpers zur Kenntnis und verkürzte die Einheit dann auf 2h, die großteils im Regenerationsbereich absolviert wurden.
Am Nachmittag schaute ich dann auf viel Flüssigkeit und gute Ernährung inklusive einem „Mittagsschläfchen“. Es ist so kurz vor dem Rennen einfach wichtiger auf seinen Körper zu hören, als sich an seine Trainingsvorgaben zu klammern. Das ist keine Schwäche, sondern ein Lernprozess. Früher hätte ich mich da noch durchgequält und die Müdigkeit mehrere Tage verschleppt.
Den Abend rundete ein gemeinsames Abendessen mit Sevi Zotter und seinem Team ab, man merkt dass wir beide doch schon etwas angespannt sind und dem Start entgegenfiebern. Noch 4 Mal schlafen, und dann geht es los!
Ab sofort gibt es neue Fotos in der Bildergalerie!

Zeitfahrhelm - ja oder nein?

Wüstenchaos, Formanstieg und Nervenkribbeln – 135km
Der Trainingstag war heute mit ein paar kleineren Pannen bestückt: Zuerst wurde das Trinkpulver für die Verpflegung unterwegs vergessen, Phil und Kougi mussten mich also alleine lassen und zurück ins Motel fahren. Unterdessen war ich einige Kilometer mit Thomas Jaklitsch unterwegs, der sich für das Race Across The West vorbereitet und wir konnten uns gemeinsam mit Verpflegung unterstützen. Später hinderte mich noch ein Defekt und der fehlende Reisepass bei der Grenzkontrolle an der Weiterfahrt. Wir bleiben zwar immer in USA, aber aufgrund der Nähe zur mexikanischen Grenze muss man hier öfters seinen Pass vorweisen. Auch das konnten Phil und Kougi im Motel holen und nach einigen Unterbrechungen erreichten wir doch mein Trainingsziel, nämlich die Imperial Sand Dunes, die man im RAAM immer in der Nacht durchquert. Dieses einmalige Ambiente muss man einfach einmal erleben, es ist einfach irre.
Bei der Trainingsfahrt habe ich auch noch beim Equipment den Feinschliff getestet, bzw. den geschlossenen Zeitfahrhelm versucht zu fahren. Zwar schützt er vor direktem Licht und ist aerodynamisch das optimale Setup, aber die Belüftung ist nicht so gut und es kann kein Cardo-Headset installiert werden. Ob ich ihn im Rennen verwende weiß ich noch nicht sicher, evtl in bestimmten Phasen.
Am Abend haben wir zuhause noch eine Schrecksekunde erlebt, als beim Sprung in den Pool sich plötzlich eine kleine Schlange zu uns gesellte. Nach dem Schock haben wir sie dann gerettet und mit einem kleinen Netz aus dem Chlorwasser gefischt und 100 Meter entfernt wieder in die Wildnis entlassen. Sie war sehr klein (etwa einen halben Meter und so dünn wie der kleine Finger) und hätte es da drinnen vermutlich nicht lange überlebt.
Mit meinem Training (heute waren es genau 4h mit 135km) bin ich sehr zufrieden, die Hitze vertrage ich immer besser, die beiden Jungs versorgen mich auf jeder Tour optimal und meine mentale Einstellung passt auch gut. Der Start kann kommen!

Ruhetag - 0km
Heute war ein entspannter Tag, die Sonne brannte vom Himmel und es gab den ersten Ruhetag seit einer Woche komplett ohne am Rad zu sitzen. Wunderschön, das Wetter ist wieder gewohnt heiß und sollte auch bis zum Rennen so bleiben. Mehr gibt es heute nicht zu berichten, ich gönne mir nämlich auch eine mentale Auszeit ohne am Computer zu arbeiten!

Beitrag vom 05.Juni 2015