Christoph kämpft beim TCR um den 3. Sieg

Für den sechsmaligen Race Across America-Sieger ist es bereits die fünfte Teilnahme beim TCR. Seine Bilanz kann sich sehen lassen: zwei Siege, ein zweiter und ein fünfter Platz im vergangenen Jahr. Entsprechend selbstbewusst reist der 43-Jährige nach Norwegen. "Mein Ziel ist es, so vorbereitet zu sein, dass ich bis zum Schluss um den Sieg mitfahren kann. Ich fühle mich aktuell besser als im vergangenen Jahr. Mit den beiden Erfolgen zu Saisonbeginn habe ich viel Selbstvertrauen getankt. Trotzdem ist das Transcontinental Race kaum planbar – unterwegs kann einfach alles passieren", sagt der Steirer aus Kraubath.
Europas härtestes Abenteuer auf zwei Rädern
Das Besondere am Transcontinental Race ist das Rennformat: Die Athletinnen und Athleten sind komplett auf sich allein gestellt. Weder Begleitfahrzeuge noch Betreuer sind erlaubt. Zwischen den von der Rennleitung vorgegebenen Checkpoints und Pflichtpassagen müssen die Fahrer ihre Route selbst planen, sämtliche Verpflegung organisieren und technische Probleme eigenständig lösen. "Im Gegensatz zum Race Across America muss man hier jedes Problem alleine lösen – egal ob Defekt, Navigation oder körperliche Schwierigkeiten. Man kann sich unmöglich auf alles vorbereiten, deshalb ist Improvisation ein ganz entscheidender Faktor", erläutert Strasser.
"Ferry-Game" entscheidend?
Bereits die ersten Renntage versprechen spektakuläre Bilder. Nach dem ersten Checkpoint am Aurlandsfjord führt die Strecke über den berühmten Rallarvegen, eine rund 70 Kilometer lange Schotterstraße, bis in den Wintersportort Geilo. Anschließend geht es durch Südnorwegen und Schweden, wo die Wahl der richtigen Fährverbindung nach Mitteleuropa zum ersten großen strategischen Faktor wird. "Das sogenannte Ferry-Game wird heuer besonders spannend. Es gibt viele Möglichkeiten mit unterschiedlichen Häfen und Fahrplänen. Man muss ständig abwägen: Ist eine kürzere Strecke mit längerer Wartezeit besser oder ein Umweg ohne Aufenthalt? Solche Entscheidungen können am Ende entscheidend sein."
Weitere Pflichtpassagen führen durch Tschechien und das Tatra-Gebirge in der Slowakei, anschließend führt Strassers Routenplanung über Ungarn und Kroatien bis nach Sarajevo. Dort befindet sich der dritte Checkpoint auf der ehemaligen Bobbahn der Olympischen Winterspiele 1984 – die Strecke führt dabei sogar direkt durch die historische Betonrinne. Nach einem weiteren Checkpoint in Albanien wartet schließlich der anspruchsvolle Schlussabschnitt auf der Peloponnes. Ab dem antiken Olympia müssen noch zahlreiche Höhenmeter bewältigt werden, ehe das Ziel an der Küste in Kalamata erreicht wird.
Schlafen, essen und improvisieren
Auch abseits des Rades ist perfekte Planung gefragt. Strasser nimmt rund zwei Kilogramm Kohlenhydratpulver mit, den Rest seiner Verpflegung kauft er unterwegs ein. Schlafen möchte er – wenn möglich – rund drei Stunden pro Nacht in Unterkünften. Ein Schlafsack reist dennoch mit, falls keine Unterkunft verfügbar ist. Zusätzliche Herausforderungen verspricht das Wetter. In Norwegen können selbst im Hochsommer auf über 1.500 Metern Schnee, Regen und Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt auftreten. Wenige Tage später warten in Südosteuropa und Griechenland hingegen oft extreme Hitzebedingungen.
Hochkarätige Konkurrenz
Das Teilnehmerfeld zählt erneut zur Weltspitze des Ultra-Cyclings. Mit dabei sind unter anderem der TCR Sieger von 2024 Robin Gemperle (Schweiz), Frauensiegerin Jana Kesenheimer (Deutschland), Martin Moritz, Manuel Rudaz, Nicolas Châtelet sowie Strassers langjähriger Rivale Robert Müller aus Deutschland. Nach seinen beiden Saisonsiegen bei "Rund um Sachsen" und dem "Unknown Race" zählt aber auch der Steirer selbst wieder zum engsten Favoritenkreis.
Das Rennen startet am 19. Juli in Trondheim. Fans können Christoph Strasser während des gesamten Rennens per GPS-Livetracking verfolgen - https://www2.followmychallenge.com/live/tcrno12/. Zudem informiert er regelmäßig auf seinen Social-Media-Kanälen über den Rennverlauf. Eine ausführliche Vorschau erscheint außerdem in seinem Podcast "Sitzfleisch".








