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Lebenslauf

Lebenslauf

1982

GEBURT UND JUGEND

Christoph Strasser wurde 1982 in Leoben in der Steiermark geboren und wuchs in seiner Heimat, der Marktgemeinde Kraubath an der Mur, auf. Nach vielen Jahren als Fußballspieler beim örtlichen TUS Kraubath, hängte er mit 18 Jahren die Fußballschuhe an den Nagel und widmete sich verstärkt seinem Hobby, dem Mountainbiken. Aus diesem Hobby sollte allerdings bald mehr werden, denn neben dem Studium an der Montanuniversität Leoben rückte der Sport immer mehr in der Vordergrund.

2002

BEGINN EINER LEIDENSCHAFT

Im Sommer 2002 erfuhr Christoph von einem neuen 24 Stunden Radrennen in Fohnsdorf. Mit drei Freunden wollte er in einer Viererstaffel teilnehmen, doch kurz vor dem Start sagten die Kollegen krankheitsbedingt ab, das Startgeld war aber bereits überwiesen.
So versuchte es Christoph alleine und kam zu einem unerwarteten Solo Wettkampf über die volle Renndauer. Damals noch in Laufschuhen, einem T-Shirt und nur wenig trainiert am Start, fand er große Begeisterung für Ultra-Marathons.
Im Jahr darauf, bei der zweiten Teilnahme an den 24 Stunden, stand der ihm damals noch unbekannte Wolfgang Fasching neben ihm an der Startlinie in Fohnsdorf.
Durch ihn kam Christoph dann auf das Race Across America, welches ihm nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte – ein Traum war geboren. Das Training wurde intensiver und immer mehr Rennen standen im Kalender.

2005 - 2008

ERSTE ERFOLGE UND EIN WELTMEISTERTITEL

2005 bestritt der erst 22-jährige Christoph erstmals das Race Across The Alps, und erreichte als jüngster Finisher das Ziel - das war nicht nur sein bis dahin größter Erfolg, sondern auch der Beginn einer tollen Karriere.
Um sich voll und ganz auf den Sport konzentrieren zu können, unterbrach Christoph sein Studium an der Montanuniversität Leoben.
2006 konnter er gleich zwei 24 Stunden Rennen gewinnen, 2007 beim 24h-Rennen im schweizerischen Schötz sogar den österreichischen Rekord mit 950 Kilometern aufstellen. Sein bis dahin größter Erfolg war aber der Sieg bei der Ultra Radmarathon Weltmeisterschaft 2007, dem Glocknerman. Dabei stellte Christoph mit 36:19 Stunden einen neuen Streckenrekord auf, verwies Favoriten Marko Baloh auf den zweiten Platz und wurde jüngster Weltmeister in der Geschichte des 1010 Kilometer langen Rennens.

2009

RACE ACROSS AMERICA - DID NOT FINISH

Beim Race Around Slovenia eroberte Christoph 2008 den Vize-Europameister Titel und qualifizierte sich damit erneut für das Race Across America, welches er 2009 erstmals bestritt, und sich seinen lange gehegten Lebenstraum erfüllen wollte.

Doch wie so oft im Leben kam es ganz anders als erhofft. Nach einem Drittel des Rennens erlitt Christoph immer wieder gesundheitliche Rückschläge, bis ihn sein betreuender Sportarzt bei Halbzeit des Rennens aufgrund einer Lungenentzündung aus dem Rennen nehmen musste. Das war eine der schmerzhaftesten und prägendsten Erfahrungen in der sportlichen Laufbahn des damals 26-jährigen. Als junger Hoffnungsträger ins Rennen gestartet, konnte er die Erwartungen mit zwischenzeitlicher Top-3-Platzierung erfüllen, doch schlussendlich stand er mit leeren Händen (und leerer Geldtasche) da.
Einer sportlichen Krise folgte aber der Neuaufbau, ein professioneller Trainer, ein Coach im Mentalbereich und treue Sponsoren standen Christoph zur Seite.

2010 - 2011

JÜNGSTER SIEGER BEIM RACE ACROSS AMERICA

Im Jahr 2010 konnte Christoph beim Race Around Slovenia wieder Platz 2 (hinter Jure Robic) und bei der WM beim Glocknerman erneut Platz 1 erobern.
Ein weiterer Rückschlag beim Race Around Austria 2010 – Christoph litt wieder unter Problemen mit seiner Lunge – konnte ihn aber nicht aus der Bahn werfen: Alle Kraft war auf das RAAM 2011 fokussiert.
Mit einer sensationellen Leistung konnte sich Christoph Strasser beim RAAM 2011 seinen Traum nicht nur erfüllen, sondern ihn sogar übertreffen: Nach 8 Tagen, 8 Stunden und 6 Minuten überquerte er als jüngster Sieger die Ziellinie in Annapolis. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit war die bis dahin dritthöchste in der 30-jährigen Geschichte des RAAM, das übrigens im gleichen Jahr – nämlich 1982 – als Christoph geboren wurde, zum ersten Mal ausgetragen wurde.

2012 - 2013

UNERWARTETE KONKURRENZ UND IM FOLGEJAHR DIE SENSATION - UNDER 8

Mit dem Schwung des Erfolges blieb Christoph dem Sport treu, fand noch mehr Motivation und peilte 2012 den erstmaligen Sieg beim Race Around Slovenia und die Titelverteidigung beim RAAM an:
Ersteres sollte mit einer souveränen Leistung gelingen, was für Christoph besonders schön war, denn beim RAS war er das sechste Mal in Serie am Start, musste sich aber immer mit den Plätzen 2 bis 5 zufrieden geben. Vor allem nach dem tragischen Tod seines Vorbilds und Kollegen Jure Robic, der slowenischen Ultracycling-Legende, war der Triumph in Slowenien besonders schön. Viele slowenische Fans sahen seit dem Verkehrsunfall von Robic im Jahre 2010 in Christoph so etwas wie einen Nachfolger, was sich beim RAAM 2011 in gewisser Weise auch bewahrheitete. Mit diesem Land und diesem Rennen verbindet Christoph eine ganz besondere Beziehung, es war sein erstes mehrtägiges Rennen, seine Qualifikation zum RAAM, das Heimrennen von Jure Robic - es war somit sein „Herzensrennen“, das er gewinnen konnte.

Beim RAAM 2012 kämpfte Christoph zuerst mit hitzebedingten Gesundheitsproblemen, und nach einer tollen Aufholjagd mit dem späteren Sieger Reto Schoch aus der Schweiz. In einem der knappsten Entscheidungen der RAAM Geschichte musste sich Christoph mit Platz zwei zufrieden geben, bevor ihm beim RAAM 2013 ein Rennen für die Geschichtsbücher gelang: Mit der Fahrzeit von 7 Tagen, 22 Stunden und 11 Minuten schaffte er es als erster Athlet in der Geschichte des RAAM, die USA in weniger als acht Tagen zu durchqueren.

2014 - 2016

ÜBERRAGENDE LEISTUNGEN UND RÜCKSCHLÄGE

2014 konnte er diese Leistung noch einmal überbieten und mit der überragenden Endzeit von 7 Tagen, 15 Stunden und 56 Minuten seinen Titel beim RAAM verteidigen. 2015 erreichte Christoph mit 896 Kilometern einen neuen 24h-Weltrekord und konnte nach seinem Ausscheiden beim RAAM bei seinem zweiten Race Around Austria-Sieg einen weiteren Streckenrekord aufstellen.

Das Jahr 2015 hatte es gleich doppelt in sich: musste Christoph beim RAAM krankheitsbedingt aufgeben, wurde er nach seinem Comeback beim RAA im September bei einer Trainingsausfahrt von einem Auto angefahren. Fazit: eine gebrochene Kniescheibe und eine notwendige Operation an der Schulter. Durch die mehrmonatige Trainingspause entschied sich Christoph, nicht am RAAM 2016 teilzunehmen. Sein erster kleiner Bewerb im Jahr 2016 war die 12h Wertung beim 24h Rennen in Kaindorf. Dort schaffte er mit 447km den ersten Platz. Danach gelang ihm bei seinem Heimrennen, dem Race Around Austria, ein atemberaubendes Comeback und mit einer Zeit von 3 Tagen, 12 Stunden und 41 Minuten gewann er das Rennen zum dritten Mal in Folge.
Im Oktober 2016 sollte dann im schweizerischen Grenchen der 24h Weltrekordversuch im Einzelzeitfahren auf der Bahn stattfinden. Doch erneut war Christoph das Glück nicht gewogen und er musste aufgrund einer banalen Erkältung den Weltrekordversuch absagen. Als Saisonende sollte das aber nicht stehenbleiben und so entschloss er sich kurzfristig zwei Wochen später an der 24h WM im Einzelzeitfahren in Borrego Springs, Kalifornien, teilzunehmen. Dort war das Glück wieder definitiv auf seiner Seite: in 24h fuhr Christoph auf einem Rundkurs in der Wüste 886km und krönte sich damit zum Weltmeister in dieser Disziplin.

2017

DOWN UNDER 7, RAAM UND WELTREKORD AUF DER BAHN

Gebeutelt von zwei eher durchwachsenen Jahren, war Christoph für das Jahr 2017 motivierter denn je: 3 große Projekte standen in seinem Rennkalender.
Anfang Januar 2017 gelang Christoph in Australien ein neuer Weltrekord. Er durchquerte den australischen Kontinent von West nach Ost (Perth-Sydney) in 6 Tagen, 10 Stunden und 58 Minuten. Dieser Rekordversuch stand schon lange auf seiner Wunschliste, doch die zu kompakten Rennkalender der Vorjahre hatten nie genug Zeit für die Organisation und Durchführung eines solchen Projektes gelassen. Im Juni gab Christoph sein Comeback beim RAAM und konnte das Rennen zum vierten Mal mit einer Zeit von 8 Tagen, 9 Stunden und 34 Minuten gewinnen.
Im Oktober 2017 wurde dann der Weltrekordversuch im Einzelzeitfahren auf der Bahn nachgeholt. Im Velodrom Tissot in Grenchen gelang Christoph mit 941,872 km ein neuer Weltrekord.

2018

WHY NOT 5?

2018 stand unter dem Motto "Why not 5?" Bei Christoph's achter Teilnahme am Race Across America gelang es ihm mit seinem 5. Sieg mit dem Rekordsieger Jure Robic gleichzuziehen. Für die knapp 5000km benötigte er 8 Tage, 1 Stunde und 23 Minuten.
Im August kürte er sich bei der erstmals ausgetragenen offiziellen Meisterschaft im Ultracycling im Rahmen der Race Around Austria Challenge zum ersten österreichischen Meister. Für die 560km benötigte Christoph 15 Stunden und 54 Minuten und unterbot auch den Streckenrekord um 1,5 Stunden.
Im Oktober lockte ihn wieder die Einzelzeitfahr-WM nach Borrego Springs, USA. Dort gelang ihm als erster Mensch die 900km outdoor binnen 24h zu knacken. Christoph spulte 913,46km ab, übertraf damit sogar seinen 24h-Weltrekord aus dem Jahr 2015, wobei das Ergebnis der WM nicht als offizieller Rekord anerkannt werden konnte.

2019

LET'S MAKE SIX - 6. SIEG BEIM RAAM UND EIN HATTRICK

2019 sollte für Christoph eine ganz besondere Saison werden. Im Juni gelang ihm bei seinem neunten Antritt beim Race Across America Historisches: der 6. Sieg. Damit krönte er sich zum erfolgreichsten RAAM-Fahrer aller Zeiten. Zudem schaffte er auch einen Hattrick, den dritten Sieg in Folge, was auch zuvor keinem Fahrer gelang. Im August konnte er mit seinem Trainingskollegen und guten Freund Lukas Kienreich auch das Race Around Austria im 2er Team für sich entscheiden. Damit hat Christoph das RAA insgesamt 3x als Solofahrer, 1x im Viererteam und 1x im Zweierteam gewonnen. Auch die Challenge konnte er im Vorjahr für sich entscheiden.
Im Herbst stand dann mit dem Monster-Einzelzeitfahren in Holland noch eine spezielle Herausforderung an. Die 137,8km schaffte Christoph mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 46,2km/h und sicherte sich damit den 1. Platz.
Eine unvorstellbare Saison, die trotz der Erfolge Demut lehrte. Denn diese Leistungen waren nur durch Christoph's perfekt eingespieltes Team möglich.

2020

EIN HERAUSFORDERNDES JAHR

Im Jahr 2020 wurden Christophs Pläne und seine Flexibilität durch die weltweite Covid19-Situation auf die Probe gestellt. Ursprünglich wollte er im September auf einer Auto-Rennstrecke in der Höhenlage Colorados versuchen, als erster Mensch auf einem Rennrad die 1000 Kilometer-Marke in 24 Stunden zu brechen. Doch im Frühsommer stellte sich heraus, dass dieses Vorhaben aufgrund von Reisebeschränkungen nicht umsetzbar war. Kurzfristig wurde das 2175 Kilometer lange Race Around Austria in Angriff genommen, das Christoph mit neuem Streckenrekord von 3d:11h:26min gewinnen konnte. Nur ein Monat später gelang ihm auch beim Race Around Niederösterreich der Sieg mit neuem Streckenrekord, der ihn zum zweiten mal zum österreichischen Meister im Radsport Ultra kürte.

2021

1day1000k - EIN JAHR VOLLER ÜBERRASCHUNGEN

2021 plante Christoph erneut, sich voll und ganz auf den Rekordversuch #1day1000k zu fokussieren. Beim ersten Wettkampf, dem Race Around Niederösterreich, verbesserte er seine Zeit aus dem letzten Jahr und verteidigte seinen Titel. Nach gezieltem Training, aerodynamischen Optimierungen und der Verbesserung technischer Details sollte es im Juli zum ersten von zwei Antritten über die 24 Stunden kommen. Am Fliegerhorst Hinterstoisser in Zeltweg war Christophs erklärtes Ziel, den aktuellen 24-Road Rekord von 914 Kilometern zu überbieten und seine Form für den 1000-Kilometer-Versuch im September in Colorado zu testen. Doch alles kam anders als erwartet: Christoph konnte bereits in Zeltweg, ohne die vermeintlich nötige Höhenlage, eine historische Leistung auf den Asphalt bringen, und mit 1026 Kilometern in 24 Stunden eine für ihn völlig unerwartete Bestmarke aufstellen. Somit ist Christoph der erste Mensch, der die Schallmauer von 1000 Kilometern in 24 Stunden mit durchschnittlich 42,75km/h durchbrechen und sich damit einen Lebenstraum erfüllen konnte.
Colorado wurde somit kurzfristig aus dem Rennkalender genommen, Christoph juckt es aber in den Fingern, was bei optimalen Bedingungen noch möglich wäre - ein mögliches Ziel für die Zukunft?
Spontan ging es dann Mitte August nach Dänemark zum Helnaes24, einem 24-Stunden-Rennen an der dänischen Küste. Das Rennen hielt einige (unschöne) Überraschungen für Christoph und seine 1-Woman-Crew Sabine bereit. In Runde 1 stürzte Christoph und zug sich Prellungen und Schürfwunden zu. Er entschloss sich jedoch, weiterzufahren. Danach schlug der Defektteufel unfassbare 6x zu. Die Bereifung war (unwissentlich) für dänische Strassen alles andere als optimal. 6 platte Reifen später hatten wir gelernt, dass dänische Strassen robusteres Material erfordern. Doch trotz Sturz und Defekten konnte Christoph das Rennen für sich entscheiden und stellte mit 827km in 24h einen neuen Streckenrekord auf.
Als Saisonabschluss war Christoph auch beim King-of-the-Lake-Einzelzeitfahren am Attersee am Start. Bereits 2018 (4. Platz, 01:00:23h) und 2019 (8. Platz, 01:00:51h) nahm Christoph teil.
Das gezielte Training und die aerodynamischen Verbesserungen sollten sich auch hier bezahlt machen - mit nur wenigen Sekunden wurde Christoph Zweiter und erreichte auch sein Wunschziel: eine Zeit unter 1 Stunde (00:57:54h).

(aktualisiert im Dezember 2019)