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Krimi in Sachsen - neuer Streckenrekord

Gestern Abend finishte Christoph Strasser seine Premiere bei Rund um Sachsen. Beim 900 Kilometer langen Rennen sorgte der Steirer, der in der unsupported-Wertung fuhr, für eine große Überraschung: In der Gesamtwertung belegte er hinter Sebastian Mayr den zweiten Platz. Damit war Strasser bis auf den Deutschen schneller als alle anderen Starter, die mit Betreuerteam an den Start gingen. Hinter dem Kraubather kam auch der Oberösterreicher Lukas Kaufmann, der mit rund zehn Betreuern unterwegs war, ins Ziel.

Bei Rund um Sachsen, das über 900 Kilometer mit 8.500 Höhenmetern führte, gab es zwei Wertungen: eine unsupported und eine mit Betreuerteam. In der Kategorie mit Betreuerteam zählte das Rennen, das am Samstag gestartet wurde, als Ultracycling Europameisterschaft. In der Gesamtwertung, wo üblicherweise unsupported-Fahrer, die komplett auf sich alleine gestellt sind, gegen die Teilnehmer mit Betreuercrew keine Chance haben, entwickelte sich ein wahrer Krimi. Der Deutsche Ultra-Spezialist Sebastian Mayr, 24h-Weltmeister und Sieger des Race Around Austria, lag am Ende mit einer Fahrzeit von 30:42 Stunden nur 13 Minuten vor Strasser! Und dieser wiederum hängte als Gesamtzweiter den Vize-Europameister Lukas Kaufmann um 19 Minuten ab! "Das taugt mir schon richtig. Bis auf Mayr die schnellste Zeit des Tages zu haben ist unglaublich. Mein Rad ist viel schwerer, ich habe Gepäck mit und musste in der Nacht vorsichtiger fahren", so die ersten Emotionen vom sechsfachen RAAM-Sieger. Übrigens, mit einer Zeit von 30:55 Stunden stellte der Steirer auch einen neuen unsupported-Streckenrekord auf.

Fast perfektes Rennen
Die Strecke, die Christoph stark ans Mühlviertel oder die südsteirische Weinstraße erinnerte, beinhaltete vier Checkpoints, wo auch Ausrüstung und Verpflegung hinterlegt werden konnte. "Von daher war es ein "entschärfteres" als die normalen unsupported-Rennen. Ich fuhr mit einem Zeitfahrrad mit einer Scheibe hinten drin. Dabei hatte ich zwei Taschen mit dem Notwendigsten drin. Bei den Checkpoints hinterlegte ich Proviant, meist meine Flüssignahrung und Getränke, sowie Bekleidung. Ich bin richtig schnell gefahren und habe nie überzogen. Bis zur Hälfte des Rennens habe ich fast nur meine Ernährung genommen, doch dann wurde mir das monoton und besorgte in Tankstellen vor allem Limonaden", beschreibt Strasser. Von technischen Defekten blieb er Großteils verschont: "Zu Beginn verbrauchte ich zu viel Strom, deshalb musste ich in der Nacht Strom sparen und konnte bei den schnellen und steilen Abfahrten nicht mit dem Aufblendlicht fahren. Wichtig war sicher durch die Nacht zu kommen. Ein weiteres Problem war der Flaschenhalter, der sich löste. Aber ich konnte ihn bei einem Checkpoint mit Kabelbindern zusätzlich fixieren."

Nach dem zweiten Sieg im zweiten Rennen nach dem Unknown Race im April über 1.000 Kilometer kann er den Saisonhöhepunkt kaum erwarten, denn am 19. Juli beginnt das Transcontinental Race: Die 12. Auflage des größten unsupported-Rennens, das Christoph bereits zwei Mal gewann, startet heuer im norwegischen Trondheim. Nach rund 4.500 Kilometern quer durch Europa endet es im griechischen Kalamata.